Sicherheit im Youngtimer – 3 Autos im Test

Beim Kauf eines Youngtimers gilt es, viele Kriterien zu berücksichtigen. Eines der wichtigsten Kriterien ist dabei selbstverständlich die gebotene Sicherheit, die sich anhand der Recherche verschiedener Crashtestergebnisse leicht herausfinden lässt. Besondere Beachtung verdient hierbei der sogenannte RCAR-Test, der nicht bloß Aufschluss über die Sicherheit eines Fahrzeugs, sondern vor allem auch über zu erwartende Reparaturkosten und die Höhe des Versicherungsbeitrags gibt.

Was ist der RCAR-Test?

Die Abkürzung RCAR steht für Research Council for Automobile Repairs. Gemeint ist damit ein spezielles Testverfahren des Allianz Zentrums für Technik, bei dem es in erster Linie darum geht, die zu erwartenden Reparaturkosten nach einem Unfall zu ermitteln. Da Fahrzeuge ab einer gewissen Aufprallgeschwindigkeit bloß noch entsorgt werden können, liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit beim RCAR-Test anders als bei anderen Crashtests, bei denen es eher um die tatsächliche Sicherheit der Fahrzeuginsassen geht, bei maximal 15 km/h. Nach dem eigentlichen Crashtest, bei dem die Fahrzeuge in der besagten Geschwindigkeit gegen ein starres Hindernis mit einer Überdeckung von 40 Prozent gefahren werden, führen die Mitarbeiter des Allianz Zentrums Reparaturen durch, um so den Reparaturaufwand abschätzen zu können.

3 Audi im RCAR-Test

Unlängst wurden im Technikzentrum des namensgebenden Versicherers Allianz drei Audis verschiedener Baujahre einem direkten Vergleichstest unterzogen. Bei den getesteten Modellen handelte es sich um einen Audi 80 aus dem Jahr 1978, einen Audi A4 aus dem Jahr 2001 und einen Audi A4 aus dem Jahr 2008. Grund dafür, dass ausgerechnet diese drei Audimodelle getestet wurden, war unter anderem der, dass es in den vergangenen Jahren bei kaum einer anderen Automarke zu einem derart drastischen Preisanstieg wie bei Audi kam. Um so überraschender, dass ausgerechnet der neuste Audi im Test am günstigsten in der Reparatur war. Tatsächlich betrug der ermittelte Kostenunterschied vom Audi 80 (7000 Euro) zum Audi A4 von 2008 (5000 Euro) knapp 30 Prozent. Und das, obwohl die Kosten für Ersatzteile beim Audi 80 weit unter denen für den jüngsten Audi A4 im Test lagen. Allerdings ist der Youngtimer Audi 80 seinem jüngeren Gegenstück in Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit seiner Karosserie schon alleine vonseiten des verwendeten Stahls klar unterlegen, wodurch die Reparatur nach einem Unfall aufwendiger und dadurch selbstverständlich auch teurer wird. Hinzukommt, dass neuere Fahrzeuge in der Regel mit sogenannten Crashboxen ausgestattet sind. Bei besagten Crashboxen handelt es sich um spezielle Konstruktionen aus Stahl oder Aluminium in der Front der Fahrzeuge, die sich beim Aufprall verformen und dadurch die Aufprallenergie bei Aufprallgeschwindigkeiten von bis zu 15 km/h nahezu komplett schlucken können, sodass die Fahrzeugrahmen zumindest bei leichteren Auffahrunfällen vor schwerwiegenden Beschädigungen hinreichend geschützt sind.

Wichtige Anmerkungen zum Schluss

Zunächst einmal muss angemerkt werden, dass die realen Reparaturkosten je nach Werkstatt stark von den im RCAR-Test angesetzten Kosten variieren können. Zudem verfügen Youngtimer noch nicht über die hochmodernen Technologien heutiger Fahrzeuge, deren aufwendige Reparatur je nach Schadensbild schnell sehr teuer werden kann. Davon abgesehen sind gebrauchte Youngtimer im Vergleich zu einem aktuellen Neuwagen deutlich günstiger in der Anschaffung. Allerdings bleibt festzuhalten, dass immer mehr Versicherer dazu übergehen, ältere Fahrzeuge ohne zeitgemäßer Sicherheitstechnologie, wie zum Beispiel autonomen Bremssystemen, in Hinblick auf die Typklasse niedriger einzustufen, was wiederum höhere Versicherungsprämien zur Folge hat.

Quelle: www.focus.de

Bildquellenangabe: sfelder / pixelio.de

Tags: , , , ,